Das Nibelungenlied



Das mittelalterliche Epos wurde Anfang bis Mitte des 13.Jahrhunderts von einem unbekannten Dichter verfasst und in mehreren Handschriften geschrieben. Der Stoff gründet sich auf Sagen, Mythen und geschichtlichen Ereignissen in ganz Europa. Skulpturen entlang der „Nibelungen- und Siegfried-Strasse“ zwischen Worms und Freudenberg zeigen Figuren oder Szenen aus dem „Nibelungenlied“, manche haben auch direkten Bezug zur nordischen Mythologie ( Lieder-Edda, Völsungensage).

Inhalt des Nibelungenliedes in Kurzform (in Klammern Bezeichnungen aus der nordischen Mythologie)

In Worms, der Hauptstadt des Burgunderreiches, regiert König Gunther mit seinen Brüdern Gernot und Giselher. Die Schwester der Brüder, Kriemhild, ist weit über die Grenzen des Burgunderlandes wegen ihrer Schönheit bekannt. Davon hat auch Siegfried, Königssohn aus Xanten am Niederrhein, gehört. Er beschließt, um Kriemhild zu freien und begibt sich auf die Reise nach Worms. Siegfried besitzt bereits als Jüngling große Kräfte und ist als rauflustig bekannt. Beim Schmied Mimir (Regin) schmiedet er sein Schwert Balmung (Gram), welches übernatürliche Kräfte hat. Mit diesem besiegt er den Drachen (Fafnir), in dessen Blut er badet. Dieses bildet eine Hornhaut auf seinem Körper, welche ihn unverwundbar macht – bis auf eine kleine Stelle an der Schulter, auf die während des Bades im Drachenblut ein Lindenblatt gefallen war. Er besiegt und tötet danach die Brüder Nibelung und Schildung, die sich über die Aufteilung eines Schatzes, des Nibelungenhortes, gestritten hatten, bezwingt den Zwerg Alberich, von dem er eine Tarnkappe gewinnt und wird Besitzer des fluchbeladenen Nibelungenhortes.

In Worms erscheint Siegfried bereits mit dem Ruf eines tapferen und reichen Königssohnes. Er beweist seine Stärke im Kampf mit Dänen und Sachsen, die das Burgunderreich überfallen wollen und mit seiner Hilfe geschlagen werden. Der Ratgeber und treue Vasall der Burgunderkönige, Hagen von Tronje, ist misstrauisch gegenüber Siegfried, erkennt jedoch dessen Stärke und Nützlichkeit für die Sicherheit der Burgunder. Zwischen Kriemhild und Siegfried „funkt“ es schnell. König Gunther gibt seine Schwester zur Hochzeit mit Siegfried jedoch nur frei, wenn er ihm bei der Werbung um Brünhild, der Königin von Island, hilft.

Man begibt sich auf die Fahrt ins Nordmeer und mit Hilfe der Tarnkappe besiegt Siegfried an Stelle von Gunther die starke Königin, die daraufhin mit nach Worms reist. Hier findet anschließend eine Doppelhochzeit statt, denn auch Siegfried und Kriemhild werden ein Paar. Brünhild ist jedoch enttäuscht und verbittert darüber, dass Siegfried eine andere geheiratet hat, denn aus früherer Zeit weiß sie um ein Versprechen von ihm, zu ihr zurück zu kehren ( nordische Sagenwelt ). Deshalb wehrt sie sich auch noch in der Hochzeitsnacht gegen König Gunther, sodass Siegfried nochmals mit seiner Tarnkappe Gunther helfen muss, Brünhild endgültig zu bezwingen. Nach etwa zehn Jahren kommen  Siegfried und Kriemhild mit ihrer Familie und dem Hofstaat aus Xanten zuHagen und Siegfried Besuch nach Worms. Während eines Streites vor dem Dom verrät Kriemhild der Königin Brünhild, wie es zum vermeintlichen Sieg Gunthers über sie auf Island und auch in der Hochzeitsnacht gekommen ist und zeigt zum Beweis Brünhilds Ring und Gürtel, welche Siegfried ihr in der Hochzeitsnacht abgenommen hatte. Brünhild sinnt auf Rache und stachelt ihren Mann und Hagen von Tronje an, Siegfried zu töten. An einer Quelle im Odenwald geschieht während eines Jagdausflugs der hinterhältige Mord durch Hagen, der Siegfrieds verwundbare Stelle von der ahnungslosen Kriemhild erfahren hatte. Hagen versenkt den Nibelungenhort im Rhein, damit Kriemhild diesen nicht für ihre Rache nutzen kann.

Einige Zeit später wirbt der Hunnenkönig Etzel (Attila) um Kriemhild. Diese willigt ein und lädt einige Jahre später die Burgunder (jetzt Nibelungen genannt) auf ihre Burg in Ungarn ein. Hier beginnt nach einem Überfall hunnischer Krieger ein großes Gemetzel, in dessen Verlauf alle Nibelungen getötet werden – bis auf König Gunther und Hagen, die von Dietrich von Bern gefangen genommen werden. Als Hagen die Stelle des versenkten Nibelungenschatzes nicht verrät, lässt Kriemhild zunächst ihren Bruder Gunther enthaupten und schlägt anschließend Hagen selbst den Kopf ab. Daraufhin wird sie vom alten Hildebrand, dem Waffenmeister von Dietrich von Bern, getötet.